Montag 7. November 2011

34 Tage vor Aufnahme des regulären Fahrplans von Wien nach Salzburg war Dipl. Ing. Dr. Stefan Wehinger, Geschäftsführer der WESTbahn Management GmbH, zu Gast im Zigarrenklub von Ketchum Publico. Wehinger gab einen Einblick in das Potential der Schiene, die Wettbewerbssituation sowie die Finanzierung. Er setzt auf Kundenfreundlichkeit und vor allem Sympathie.

Der ehemalige Vorstand der ÖBB Personenverkehr AG Wehinger startete 2008 als Entrepreneur. An der Universität Stanford entwickelte er über mehrere Monate einen Businessplan für seine Vision einer Privatbahn. Dank großer eigener Investitionen und dem Einstieg von Hans Peter Haselsteiner als Investor gelang es ihm, in Zeiten der Lehman-Pleite ein neues Finanzierungskonzept aufzustellen.

„Die WESTbahn nimmt ihren Betrieb mit 11.12.2011 auf. Dieses war das strategische Ziel bereits 2008, bei Gründung der WESTbahn Management GmbH“, erläuterte Wehinger. Das Potential der WESTbahn sieht Wehinger vor allem in der Strecke Wien-Salzburg. Seiner Schätzung nach werde sich der Personenverkehr zwischen diesen beiden Städten in den nächsten Jahren fast verdoppeln. Des weiteren steht Wehinger auch in Verhandlungen für weitere Kooperationen mit Verkehrsverbünden im In- und Ausland. Auch die Parkplatzsituation in Wien und die verstopften Zufahrtsstraßen stimmen ihn optimistisch, dass die WESTbahn ein Erfolg werde. „Es ist Platz für zwei Anbieter. Am Beispiel der Deutschen Bahn sieht man, dass Wettbewerb durch die Netzliberalisierung den Markt belebt“, führte Wehinger weiter aus.
Den Vorteil der WESTbahn sieht Wehinger in der Einfachheit und Kundenfreundlichkeit. Tickets können online oder im Zug zum gleichen günstigen Preis gekauft werden. Gratis WLAN sowie eine 98 % Netzabdeckung aller Mobilfunkanbieter wird in allen Zügen angeboten. Auch ein modernes Zug- und Wagondesign sind neben dem Preis die Hauptunterschiede zur ÖBB.

Zu den Gästen von Ketchum Publico Geschäftsführerin Saskia Wallner zählten unter anderen Gerald Klenner (Egon Zehnder International), Wilfried Stock (Greiner Holding AG), Gerhard und Christoph Ströck (Ströck-Brot Ges.m.b.H.), Christian Pesau (Industriellenvereinigung), Christian Maetz (A1 Telekom Austria AG), Johannes Dobretsberger (Oracle Austria GmbH) und Michael Sponring (PwC).