Montag, 13. Februar 2012

Martin Drexler, Digital Media Strategist und Professor an der Graphischen für Medien und Kommunikationsdesign, diskutierte am Montag, dem 13.2.2012 im Zigarren & Klub von Ketchum Publico mit einem bunt gemischten Publikum über den Medienstandort Wien.

Als Organisator der Digital Media Konferenz SIME, die 2011 erstmals in Wien stattfand, weiß der international erfahrene Digital Media Experte Martin Drexler genau über das Potential, aber auch die Schwächen Wiens als Medienstandort Bescheid.

Was braucht es, um eine Stadt als Medienstandort bezeichnen zu können?

Für Drexler ganz klar: Zahlreiche analoge und digitale Kommunikationsunternehmen, Start-ups inkl. eines für diese günstigen Umfelds, starke qualifizierte Zuwanderung und nicht zuletzt die Unterstützung der öffentlichen Hand.

Vor allem an Letzterem fehle es in Wien: Während man hier nach wie vor mit den Nachwirkungen des Platzens der Dotcom-Blase von 2000 zu kämpfen scheint, gibt es auf internationaler Ebene – von Stockholm über Amsterdam und München bis Istanbul – sehr starke Bestrebungen, den Fokus auf die Zukunft des Internets und der digitalen Kommunikation zu richten. Konferenzen und Veranstaltungen im Bereich der digitalen Medien zu forcieren, ist dafür ein ganz entscheidender Impuls.

Laut Drexler scheitert dieses Thema in Wien sowohl an mangelndem Interesse seitens der Kapitalgeber, als auch an der insgesamt ziemlich „verhaltenen“ Kommunikation. Dies, obwohl die Stadt durchaus das Potential hätte, sich auch im digitalen Bereich als Brücke zwischen West und Ost zu etablieren. Denn vor allem junge Leute aus dem CEE Raum würden Wien gerne als Plattform für ihre Start-ups und Business-Ideen nutzen. Um diesen Problemen entgegenzusteuern, plädiert er unter anderem für die Einführung einer Digitalsteuer, um die Organisation von ein bis zwei Medienkonferenzen pro Jahr zu finanzieren.
Summa summarum blickt der Experte allerdings optimistisch in die Zukunft und glaubt fest an eine positive Entwicklung des Medienstandorts Wien.

Unter den zahlreichen Gästen befanden sich unter anderem: Hermann Gams (Gründer Dream Academia), Dr. Ludwig Ferdinand Steinbauer (Vorstandsmitglied der Strabag AG), Harald Leitenmüller (Leitung Developer & Platform Evangelism), Philipp Hengl (GF Gewista Urban Media), Oliver Suchocki (International Partner bei Eblinger & Partner), Martin Staudinger (GF Medienwirtschaftsverlag), Martin-Hannes Giesswein (General Manager Austria and Adriatics at Nokia), Mag. Johannes Thun-Hohenstein (thun.at), Daniela Feuersinger (A1) und Prof. Dr. Günter Schweiger (Professor an der WU Wien)